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Plastikbauklötze für Riesen – Die Enzis sind da!

Leuchtend blau und gelb könnt Ihr sie im Geropark und auf der Grünfläche am Rheydter Marktplatz stehen sehen. Ein bisschen sieht es so aus, als hätten Riesenkinder ihr Spielzeug dort liegen lassen. Aber nein, es sind Enzis! So heißen die Außenmöbel, die uns seit Anfang Juni zum Sitzen, Liegen, Herumklettern einladen. Woher kommen die eigentlich und warum heißen sie Enzis? Wir haben uns mal schlau gemacht.

Achtung, Kunst: Bitte Platz nehmen!

Ihre Entstehung verdanken die Enzis einem riesigen leeren Platz und einer Kunstaktion.  Ein österreichischer Künstler entwarf 2002 für die ziemlich kahlen Höfe im Museumsquartier Wien extragroße Schaumstoffobjekte. Die BesucherInnen waren begeistert, denn sie entdeckten schnell, dass sich die Objekte auch super zum Sitzen eigneten.  Die Verantwortlichen reagierten ziemlich cool: Sie fanden die Reaktion der BesucherInnen gut und gaben deshalb in Auftrag,  eine Art Alles-Könner-Ding als Hofmöbel für das Museumsquartier zu entwerfen. Das Architektur-Team PPAG überzeugte sie mit dem Entwurf der Enzis.  Im Winter 2002 standen die dann erstmals auf dem Platz, aber zusammengebaut als Iglus.

Die Stadt als Wohnzimmer

Im Sommer danach wurden sie so liegend aufgestellt, wie Ihr sie aus dem Geropark und vom Rheydter Markt kennt. In Wien waren es  gleich hundert Stück als eine Art Freiluft-Wohnlandschaft. Das Architektur-Team wollte damit zeigen, dass der Stadtraum nicht nur zum Konsumieren genutzt werden kann, sondern von den Menschen gemeinsam bewohnt wird. Seitdem wurden dort immer wieder Enzis in anderen Farben aufgelegt, zum Beispiel  2003 in „schwimmbadblau“ oder 2012 in „Candy Shop Pink“. Und weil auch die vielen BesucherInnen in Wien von den Stadtmöbeln so begeistert sind, wurde man natürlich in anderen Städten aufmerksam und wollte Enzis haben.  Seitdem tauchen sie in immer mehr Städten auf. 2014 etwa standen maiwiesengrüne Enzis in Düsseldorf auf dem Schadowplatz. 2017 wurden dunkelgrüne Enzis auf einer Wiese an der Uni Bielefeld aufgestellt. Von den Studenten werden sie  „Kontaktgurken“ genannt.

Und warum heißen diese Sitz-Kletter-Rutsch-Liege-Bauklötze denn jetzt Enzis? Die damalige Prokuristin des Museumsquartiers Wien hatte sie in Auftrag gegeben und aufstellen lassen. Ihr Name: Daniela Enzi.

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