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Safe im Internet #3: Mediensucht

Häufiger, länger, unbewusster. Studien zeigen, dass wir seit dem Beginn der Corona Pandemie mehr und mehr Zeit mit digitalen Medien verbringen. Unter der Woche wurde während des Lockdowns im Frühling sogar 75% mehr gezockt, als vorher. Eigentlich ist die Möglichkeit Medien zu nutzen total praktisch: So können wir unsere Freundschaften pflegen, auch wenn wir uns nicht sehen können, halten uns auf dem neusten Stand, was die Informationslage zu Corona angeht und können uns auch mal entspannen und ablenken. Es gibt jedoch auch Verhalten, das krankhaft werden kann: Mediensucht.

Was ist Mediensucht?

Mediensucht ist zunächst ein Sammelbegriff für eine Abhängigkeit von Medien. Darunter fallen z.B. Handysucht, Internetsucht, Sucht nach Digitalen Spielen und Fernsehsucht. Im Unterschied zu Süchten nach Substanzen, wie Alkohol oder Rauchen, ist Mediensucht eine Sucht nach bestimmtem Verhalten. Da es sich um ein relativ neues Phänomen handelt und dieses noch nicht gut genug erforscht ist, wird Mediensucht zur Zeit noch nicht als offizielle Krankheit in Deutschland anerkannt.

Dass Mediensucht sich immer weiter verbreitet ist übrigens kein Zufall: Viele App-Entwickler versuchen Strategien zu finden, um uns möglichst lange am Bildschirm zu halten, weil sie so am meisten Geld verdienen können.

Wann muss man sich Sorgen machen?

Nicht jeder, der eine längere Zeit vor dem Bildschirm verbringt, ist gleich süchtig. Manchmal können dies auch vorübergehende Phasen sein, die von selbst wieder vorbeigehen, wenn z.B. die Anfangsfaszination eines neuen Spiels erledigt hat. Allerdings muss man trotzdem aufpassen: Abhängigkeit ist nichts was sich vom einen auf den anderen Moment einstellt, sondern ein Prozess, bei dem die Grenzen zwischen unbedenklicher, auffälliger und krankhafter Nutzung von Medien fließend sind. Falls ihr Euch schon mal Sorgen gemacht habt, dass Ihr selbst oder Freund*innen zu viel Zeit vor Medien verbringen und man nicht mehr aufhören kann, haben wir hier einige Erkennungszeichen gesammelt, die für einen problematischen Medienkonsum sprechen können:

Wie man Mediensucht erkennen kann

  • Kontrollverlust: Man bleibt länger im Internet/Spiel als man sich es vorgenommen hat.
  • Sozialer Rückzug: Man zieht sich von Freunden und Familie zurück und verbringt mehr und mehr Zeit im Internet bzw. im Spiel.
  • Entzugserscheinungen: Kann man mal nicht spielen/surfen, wird man nervös, gestresst und schlecht gelaunt.
  • Verheimlichung: Man fängt an zu verheimlichen, wenn man das Spiel/Internet nutzt.
  • Gedankenkreisen: Insgesamt dreht sich die Gedankenwelt mehr und mehr um die digitale Welt, andere Interessen werden vernachlässigt.
  • Fehlversuche: Mehrere Versuche, die Nutzung einzuschränken, sind fehlgeschlagen.

Was kann man tun?

  • Nutzungszeiten bewusster wahrnehmen Nicht nur für Menschen, die mit Sucht zu kämpfen haben, ist es aufschlussreich und gesund den eigenen Medienkonsum auf dem Schirm zu haben und zu wissen wie man seine digitale Zeit eigentlich verbringt. Dafür gibt es auf den meisten Smartphones Apps, die anzeigen, welche App man wie lange benutzt hat, wie oft man den Bildschirm entsperrt hat und für die man bestimmte Nutzungszeiten einstellen kann. Versuche dir bestimmte Zeiten für deine Lieblingsapps und – spiele festzulegen und diese auch einzuhalten. So kann man die digitale Welt bewusster erleben und mehr genießen.
  • Lass dein Smartphone auch mal zuhause, wenn du nach draußen gehst. Wenn Du versuchst dich zuhause mit etwas zu beschäftigen und die Finger nicht vom Handy lassen kannst, kannst Du es auch in einem anderen Zimmer lassen.
  • Schalte deinen Smartphone-Bildschirm auf schwarz-weiß. Die Farben fesseln unsere Aufmerksamkeit und werden von App-Entwickeln teilweise absichtlich so eingesetzt, dass wir längere Zeit am Bildschirm verbringen.
  • Findest Du es schwer, die Sucht allein in den Griff zu bekommen, wende dich an deine Eltern oder an Beratungsstellen, die dir dabei helfen können. Hier findest Du deine übersichtliche Liste des Fachverbandes Medienabhängigkeit e.V. über Beratungsangebote in deiner Nähe.

Es gibt auch hilfreiche Selbsttest, bei denen man mehr über seinen eigenen Medienkonsum erfährt und ob dieser vielleicht gefährlich ist:
Die Real-Life-Challenge von Handysektor
ReSeT – Test zur Smartphonenutzung
Mediensuchttest von ins-netz-gehen.de

Weitere Informationen und Quellen:

Handysektor Artikel zu Mediensucht
Zeit Artikel zu Smartphone Abhängigkeit
Studie zu Medienkonsum während und vor dem Lockdown


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